Australiens abwechslungsreicher Nordosten

Unser Gefährt

Wie versprochen, wollen wir euch heute erst einmal unser aktuelles „Zuhause“ genauer präsentieren.

Unser Büro 😉
Fahrbereiter Zustand – In dem grauen Kasten hinter den Vordersitzen befindet sich unsere Kleidung
Das Bett fertig aufgebaut – darunter Stauraum
Unsere kleine Küche: mit Gaskocher und einem batteriebetriebenen Kühlschrank, außerdem Abwaschbecken und 10l Wassertank sowie Geschirr und Besteck

Das Bett muss zum Fahren immer teilweise auseinander gebaut werden. Etwas umständlich, aber man gewöhnt sich dran. Unser Essen kochen wir auf einem Campingplatz in der vorhandenen Küche vor Ort und wenn es keine gibt, oder wir kostenlos auf einem Rastplatz übernachten, dann kommt natürlich unser kleiner Gaskocher zum Einsatz.

11.11.-15.11.2022

Tagesauftakt bildeten die Dangar Falls, nur zwei Minuten Fußmarsch vom Übernachtungsplatz entfernt. Danach fuhren wir zu einer Wanderung im Regenwald des Dorrigo Nationalparks. Dabei sahen wir nicht nur die Wasserfälle Tristania Falls und Crystal Shower Falls, sondern lernten auch, dass es 5 Klassifizierungsstufen von tropischen Regenwäldern gibt. Hauptmerkmale sind dabei Niederschlag, Luftfeuchtigkeit, Lage und die vorkommenden Pflanzen und Tiere.

Eine weitere Spezialität in Australien – Pies in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Wir haben uns für klassisch, mit Rinderhack, und für Rinderhack mit Curry entschieden
Ein herrlicher Blick vom Campingplatz nach einer verregneten Nacht – einfach wunderschön

Am kommenden Tag hielten wir zuerst an den Ebor Falls, bevor es weiter zu den beeindruckenden Wollomombi Falls & Chandler Falls ging. Auf dem Weg zu deren Aussichtspunkten mussten wir dabei durch ein Tor des Dingo Fence (Dingozaun). Dieser gehört zu den längsten von Menschen errichteten Strukturen auf der Welt und erstreckt sich, mit mehr als 5600 km Länge, über den südlichen Teil des Kontinents von Küste zu Küste.

Es folgte ein Abstecher zu den Bakers Creek Falls. Der letzte Kilometer dahin stellte sich als eine typisch australische Gravel Road (zumindest für Nebenstraßen in großen Teile des Hinterlandes) heraus, also einem mehr oder weniger guten Schotterweg.

In Glen Innes verbrachten wir dann die Nacht und besuchten am Morgen die Australian Standing Stones. Ein für Ur-Kelten typischer Steinkreis (diente als Kalender), wurde hier als Nationalmonument zu Ehren der keltisch-stämmigen Einwanderer errichtet.

Nachdem wir dann einige Kilometer hinter uns gebracht hatten, genossen wir die Mittagspause mit einem fantastischen Ausblick vom Mount Mackenzie.

Mount Mackenzie Lookout

Höhepunkt am folgenden Tag war der Abstecher zur stufenförmigen Felsformation Fingal Head Causeway. In geologischer Hinsicht ist diese mit dem bekannten Giants Causeway in Nordirland identisch. Beide entstanden durch vulkanische Lava, die beim Erreichen des Wassers abkühlte und diese einzigartigen, sechseckigen Basaltsäulen bildete.

16.11.-23.11.2022

Mit Start in den Tag erreichten wir den Bundesstaat Queensland und mussten die Uhr eine Stunde zurückstellen (da es hier keine Sommerzeit gibt). Auf der „Stadtautobahn“ ging es für uns durch dessen Hauptstadt Brisbane in Richtung Glass House Mountains. Die aus der eigentlich relativ flachen Ebene herausragenden Berge wurden durch Lava geformt, welche beim Drift der australischen Kontinentalplatte über einen Hotspot im Erdmantel aufstieg. Nach dem Erkalten zu hartem Gestein verwitterten im Laufe von Millionen von Jahren die umliegenden weicheren Gesteine und die vulkanischen Pfropfen traten hervor.

Es folgten Kurzbesuche in ein paar Städtchen.

1. Stopp: Kingaroy – die Erdnuss-Hauptstadt von Australien

Sitz der größten Erdnussverarbeitungsanlage Australiens. Diese ist seit Gründung in Familienbesitz und eine der erfolgreichsten des Landes.

2. Stopp: Taroom

Besuch des Leichhardt Tree, benannt nach dem preußischen Entdecker Ludwig Leichhardt, der hier 1844 auf seiner ersten Australienexpedition entlang kam und seine Initialen in diesen Baum ritzte.

Steel Wings Windmill, eine von zwei noch erhaltenen dieser Art, von denen insgesamt nur 6 Stück gebaut worden.

3. Stopp: Roma

Hier steht ein beeindruckendes Exemplar des hier heimischen „Queensland Bottletree“, mit einem Stammumfang von rund 9,6 Meter.

Seitdem wir ins Inland „abgebogen“ sind, sehen wir auch ständig die australientypischen, super langen LKW-Gespanne, die sogenannten Road Trains.

Ein noch eher kurzes Exemplar 😉

Nach mehreren Tagen auf der Straße, stand jetzt endlich mal wieder eine Wanderung auf dem Programm. Im Carnarvon Gorge Nationalpark machten wir uns, trotz fast 30°C, auf den Weg in diese Schlucht. Vom Hauptpfad zweigen hier ab und zu kurze Seitenwege in Nebenschluchten ab. Inmitten der außergewöhnlichen Ausformungen dieser Sandsteinfelsen befindet sich auch ein heiliger Ort zweier Ureinwohnerstämme. Gravuren und Malereien im Gestein bezeugen die aktive Nutzung dieser Stätte bis heute.

Auf dem Campingplatz im Nationalparkgelände verbrachten wir dann auch die Nacht. Mit grasenden & über den Platz hüpfenden Kängurus, die sogar während unseres Frühstücks mit weniger als 7m Abstand (wir wollen es ja genau beschreiben :-D) an uns vorbei sprangen. Beim Gespräch mit dem Besitzer des Platzes erfuhren wir, dass es ein ganzes Rudel von Kängurus gibt die um & auf dem Platz leben. Manche „Joeys“, so werden die Jungtiere von Beuteltieren genannt, wurden sogar schon von Hand gefüttert. Außerdem ist eine große Kolonie Flying Foxes (große Fledermäuse) in den umliegenden Bäumen heimisch. Zur Morgen- & Abenddämmerung flogen über das Campinggelände hunderte dieser Tiere und durch ihre Laute herrschte ein unglaublicher Lautstärkepegel, ganz zu schweigen vom Geruch. 😉

Die Wahl unseres nächsten Stellplatzes fiel ganz gezielt auf den Eungella Nationalpark. Wir wollten unbedingt ein Schnabeltier in freier Wildbahn sehen und in diesem Park ist die Chance besonders hoch. Am Abend hatten wir zwar noch kein Glück, aber am nächsten Morgen sahen wir dann gleich mehrere. 😀 Das Schnabeltier (auf englisch: Platypus; tollerer Name wie wir finden) ist im Osten Australiens sowie auf der Insel Tasmanien endemisch, heißt es kommt weltweit nur hier vor.

Halt an der Big Mango in Bowen. Die Stadt/Umgebung ist „Geburtsort“ der weltbekannten Mangosorte Kensington Pride. Bei 35°C (und das am 21. November) gönnten wir uns dann ein herrlich kühles Mango Sorbet, hergestellt aus eben dieser Sorte. Bevor wir unseren Stellplatz für die Nacht anfuhren, „erklommen“ wir noch den Aussichtspunkt über die Horseshoe Bay.

Das war es so weit schon wieder von uns. Bis demnächst. 🙂

Ein Gedanke zu “Australiens abwechslungsreicher Nordosten

  1. Ach war das wieder ein toller Bericht und so viele schöne Bilder.
    Bekommt man Lust, gleich loszuziehen und sich das anzuschauen.
    Eine schöne Weiterreise ihr Lieben

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